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  Der Kreuzweg
 
Der Kreuzweg

Die Christen, besonders die Katholiken standen bei den Nazis bekanntlich genauso auf der „Abschussliste“ wie die Juden. Um jedoch gegenüber dem Ausland und der Bevölkerung wenigstens noch den Schein der Religionsfreiheit zu wahren und vorläufig wenigstens, das heißt bis zum Endsieg, kein großes Aufsehen zu erregen, wurde zumindest in den rein katholischen Gegenden wie im Rheinland und in den kath. Gemeinden wie es Niederheimbach war, so manche christliche Aktivität noch geduldet.

Es war die Zeit, als die Hakenkreuzfahne ständig auf der Heimburg wehte und feststehende, von überall einzusehende riesige Hakenkreuze auf den Bergen anderer Orte als sichtbares Zeichen des Nationalsozialismus installiert wurden. 

Da errichtete eine sehr mutige Gruppe von Christen auf dem Berg gegenüber der Heimburg im Distrikt “Auf der Höll“, ein 8 Meter hohes Feldkreuz. Außerdem wurde auf dem Weg zum Feldkreuz ein Kreuzweg mit 14 Stationen angelegt. Die feierliche Kreuz und Kreuzweg Weihung fand am Karfreitag 1935 durch Pfarrer Steffen statt. 

1940 bekam das Kreuz einen Korpus, den Ernst Heilmann sen. aus einem Eichenstück einer Kelter des Winzervereins geschnitzt hatte. Seitdem pilgerten die Niederheimbacher jeden Karfreitag zu diesem Kreuz, um Schutz und Segen für die Gemeinde zu erflehen.

1949 fiel das Kreuz durch Sturm um, der Korpus blieb unversehrt. 1951 wurde ein neues Kreuz errichtet, es wurde 16.09.51 von Pfarrer Georg Braun geweiht. 

1963 wieder ein neues Kreuz da das alte abgefault war. Das Holz wurde durch Nicolaus Altenkirch durch Firma Richtberg preiswert beschafft. 

Eugen Krämer ließ ein Fundament errichten, sodass 161,- DM Kosten entstanden, die von den Nachbarschaften gespendet wurden. Pfarrer Best weihte das Kreuz am 07.10. 1963. 

1970 wurde das Kreuz gegen Blitzschlag gesichert, 

1978 wurde neuer Korpus am Kreuz für 1200,- DM installiert.

1987 bekam der Kreuzweg stabile Holzkreuze.

von Heinz Scheibe Bürger von Niederheimbach





Kreuz auf der Hölle


Dieser Text befindet sich auf einer Tafel
unterhalb vom Korpus

Am Feldkreuz auf der Hölle
O ! Zeichen der Erlösung, vor dir stehen, um Gottes
Huld uns zu erstehen für unsere Seele, unseren Leib,
dass Gottes Segen stets bei uns bleib. Sei du uns Mahner in dieser Welt,
dass irdisches Glück gar bald zerfällt. An dir hat Gottes Barmherzigkeit

uns verdient die ewige Seligkeit.
Sei Künder des Sieges und leucht` uns voran
und begleit` uns auf unserer Lebensbahn, du hast
gesiegt über Tod und Hölle, drum sollt du stehn
an dieser Stelle. Sei Zeichen des Glaubens, der
uns durchdringt, der uns das ewige Leben einst bringt.
Gott schirm uns und halt unseren Glauben echt,
wie wir ihn ererbten von uralt Geschlecht.
Sei unser Halt in jeglicher Not, denn wahre Hilfe kommt
Nur von Gott – Er halte Krankheit und Seuche uns fort
und bewahre vor Feuer und Kriegsnot den Ort, schütz`
Unsere Fluren vor Hagelschlag, Frost und Allem, was
Schaden mag; halt Misswuchs und Teuerung von uns fern
Denn jede Gabe kommt nur vom Herrn. Und Wandrer,
stehst du an diesem Ort, ohn` kurzes Gebet geh` nicht
von hier fort; denn kurz ist die Zeit des irdischen
Lebens, drum sorge, daß Gott nicht vergebens
Am Kreuze den blutigen Tod mußt` erleiden, um
zu verdienen des Himmels Freuden.

 

NIEDERHEIMBACH, Karfreitag 1935

Matthias Ritter

 

Die 14 Stationen des Kreuzweges mit Text 

Die erste Station




 

Jesus wird zum Tode verurteilt 

Mt 27,22-26
Pilatus sprach zu ihnen: Was soll ich denn machen mit Jesus, von dem gesagt wird er sei Christus? Sie sprachen alle: Lass ihn kreuzigen! Der Landpfleger sagte: Was hat er denn Übles getan? Sie schrieen aber noch mehr und sprachen: Lass ihn kreuzigen! Da aber Pilatus sah, dass er nichts schaffte, sondern dass ein viel größer Getümmel ward, nahm er Wasser und wusch die Hände vor dem Volk und sprach: Ich bin unschuldig an dem Blut dieses Gerechten, sehet ihr zu! Da antwortete das ganze Volk und sprach: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder. Da gab er ihnen Barabbas los; aber Jesus ließ er geißeln und überantwortete ihn, daß er gekreuzigt würde.


 

Die zweite Station



Jesus nimmt das Kreuz auf seine Schultern

 

Mt 27,27-31
Da nahmen die Kriegsknechte des Landpflegers Jesus zu sich in das Richthaus und sammelten über ihn die ganze Schar und zogen ihn aus und legten ihm einen Purpurmantel an und flochten eine Dornenkrone und setzten sie auf sein Haupt und ein Rohr in seine rechte Hand und beugten die Knie vor ihm und verspotteten ihn und sprachen: Gegrüßet seist du, der Juden König! und spieen ihn an und nahmen das Rohr und schlugen damit sein Haupt. Und da sie ihn verspottet hatten, zogen sie ihm seine Kleider an und führten ihn hin, dass sie ihn kreuzigten.

 


Die dritte Station






Jesus fällt zum ersten Mal unter dem Kreuz

Die vierte Station




Jesus begegnet seiner Mutter

Die fünfte Station




 

Simon von Kyrene hilft Jesus das Kreuz zu tragen

 

Mt 27,32
Und indem sie hinausgingen, fanden sie einen Menschen von Kyrene mit Namen Simon; den zwangen sie, dass er ihm sein Kreuz trug


Die sechste Station





 

Veronika reicht Jesus das Schweißtuch

Die siebente Station



 


Jesus fällt zum zweiten Mal unter dem Kreuz

Die achte Station




 

Jesus begegnet den weinenden Frauen

 

Lk 23,28-31
Jesus aber wandte sich um zu ihnen und sprach: Ihr Töchter von Jerusalem, weinet nicht über mich, sondern weinet über euch selbst und über eure Kinder. Denn siehe, es wird die Zeit kommen, in welcher man sagen wird: Selig sind die Unfruchtbaren und die Leiber, die nicht geboren haben, und die Brüste, die nicht gesäugt haben! Dann werden sie anfangen, zu sagen zu den Bergen: Fallet über uns! und zu den Hügeln: Decket uns! Denn so man das tut am grünen Holz, was will am dürren werden?


Die neunte Station




 

Jesus fällt zum dritten Mal unter dem Kreuz


Die zehnte Station





 

Jesus wird seiner Kleider beraubt

Mt 27, 33-36
Und als sie an die Stätte kamen mit Namen Golgatha, das heißt: Schädelstätte, gaben sie ihm Wein zu trinken mit Galle vermischt; und als er's schmeckte, wollte er nicht trinken. Als sie ihn aber gekreuzigt hatten, verteilten sie seine Kleider und warfen das Los darum. Und sie saßen da und bewachten ihn.


Die elfte Station




 

Jesus wird ans Kreuz geschlagen

 

Mt 27,37-42
Und oben zu seinen Häupten setzten sie die Ursache seines Todes, und war geschrieben: Dies ist Jesus, der Juden König. Und da wurden zwei Mörder mit ihm gekreuzigt, einer zur Rechten und einer zur Linken. Die aber vorübergingen, lästerten ihn und schüttelten ihre Köpfe und sprachen: Der du den Tempel Gottes zerbrichst und baust ihn in drei Tagen, hilf dir selber! Bist du Gottes Sohn, so steig herab vom Kreuz. Desgleichen auch die Hohenpriester spotteten sein samt den Schriftgelehrten und Ältesten und sprachen: Andern hat er geholfen, und kann sich selber nicht helfen. Ist er der König Israels, so steige er nun vom Kreuz, so wollen wir ihm glauben.


Die zwölfte Station





 

Jesus stirbt am Kreuz

 

Mt 27,45-50,54
Und von der sechsten Stunde an ward eine Finsternis über das ganze Land bis zu der neunten Stunde. Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut und sprach: Eli, Eli, lama asabthani? das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen? Etliche aber, die da standen, da sie das hörten, sprachen sie: Der ruft den Elia. Und alsbald lief einer unter ihnen, nahm einen Schwamm und füllte ihn mit Essig und steckte ihn an ein Rohr und tränkte ihn. Die andern aber sprachen: Halt, laß sehen, ob Elia komme und ihm helfe. Aber Jesus schrie abermals laut und verschied. Aber der Hauptmann und die bei ihm waren und bewahrten Jesus, da sie sahen das Erdbeben und was da geschah, erschraken sie sehr und sprachen: Wahrlich dieser ist Gottes Sohn gewesen.




Die dreizehnte Station

 




 

Jesus wird vom Kreuz genommen

und in den Schoß seiner Mutter gelegt

 
Die vierzenhnte Station




 

Der Leichnam Jesu wird ins Grab gelegt

 

Mt 27,59-61
Und Joseph nahm den Leib und wickelte ihn in eine reine Leinwand und legte ihn in sein eigenes Grab, welches er hatte lassen in einen Fels hauen, und wälzte einen großen Stein vor die Tür des Grabes und ging davon. Es war aber allda Maria Magdalena und die andere Maria, die setzten sich gegen das Grab.

 

Der Niederheimbacher Kreuzweges endet an dem großen Kreuz auf der Höll.

 



 



 

 


 

 

 
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